Audi Sport quattro S1 E2

Extreme Kraft: der Audi Sport quattro S1 E2.

„Manchmal machte mir das Auto richtig Angst“. Für Walter Röhrl, den mehrfachen Rallye-Welt- und Europameister, war der Audi Sport quattro S1 einst das extremste Auto, das er je in seiner Karriere gefahren ist. Die Legende ist zurückgekehrt: Michael Gerber, Geschäftsführer von punktEins, hat den Audi S1 mit der Nummer RE-15 nach 13 Jahren wieder zum Leben erweckt und ihm seine wahre Berufung zurückgegeben – die absolute Kraftentfaltung im Einsatz auf der Rallyestrecke.

Riesige Flügel, extreme Beschleunigung, jeder Schaltvorgang wie eine Explosion.
Von 0 auf 100 km/h in 2,9 Sekunden, Beschleunigung auf 200 km/h in zehn Sekunden, eine Nennleistung von bis zu 600 PS bei 1.8 bar Ladedruck. Schon die bloßen Fakten setzen Adrenalin frei. Der Audi Sport quattro S1 E2 hat Mitte der 80er Jahre Dinge vollbracht, die auch 25 Jahre später nur wenige Fahrzeuge zu leisten imstande sind. Leider war die Erfolgsgeschichte nur von kurzer Dauer, 1986 erklärt Audi den Austieg aus der Rallye-WM.

Das Fahrzeug von Michael Gerber ist der letzte von insgesamt nur 20 gebauten Audi Sport quattro S1. Das Besondere an ihm ist das extrem seltene Porsche- Doppelkupplungsgetriebe (PDK), das eine eigene elektronische Steuerung besitzt. Geschaltet wird, ohne das Kupplungspedal zu treten, der Gangwechsel erfolgt allein durch Betätigung des Joysticks. Nur so ist eine so enorme Beschleunigung möglich.

Michael Gerber gelingt es im Dezember 2008, das Fahrzeug von einem Audi-Händler zu erwerben. Gerber und seine Mechaniker nehmen das Auto zunächst komplett auseinander. Wichtige Karosserieteile werden nachgebaut und montiert, um die Originale zu schützen. Experten empfehlen Gerber, auf ein klassisches Schaltgetriebe umzurüsten, da das empfindliche PDK-Getriebe nicht mehr nachgebaut werden kann. Zuvor will Gerber die extreme Beschleunigung des S1 E2 aber noch einmal spüren. Mit Wucht presst es ihn in den Sitz und selbst als erfahrenen Rallyefahrer treibt es ihm die Freudentränen in die Augen. „Das PDK und die brutale Motorleistung erfordern hohen körperlichen Einsatz. Außerdem darfst du nicht einen Moment unkonzentriert sein“, betont Michael Gerber.

Bei der Limes-Rallye startet Gerber mit dem S1 E2 als Vorausfahrzeug. Die Szene ist elektrisiert und stömt in Scharen herbei. In der zweiten Prüfung dann das Aus durch einen technischen Defekt: ein Hydraulik-Leck im PDK-Getriebe.

Das legendäre PDK-Getriebe geht anschließend endgültig in den Ruhestand. Aber der Audi S1 E2 RE-15 setzt seine Geschichte fort: Im hessischen Lich, in der Fahrzeughalle von punktEins, wird er für seine nächsten Einsätze vorbereitet.